Lust, nicht Frust - Sascha und Grasser auf der Coach

22:30 Der eine könnte der Vater des anderen sein. Wahrscheinlich wären sie dann ein bisschen stolz aufeinander.
22:42 Die beiden Herren führen eine gepflegte Debatte über Prozessfragen, sehr interessant. Herr Van der Bellen möchte über Bildung reden, aber vorläufig kehren wir wieder zu den Spielregeln des Gesprächs zurück. Dann bringt der Finanzminister ein buntes Zeitschriftencover, gefällt uns gut.
22:45 Grasser: "Die Leute wollen ja die Parteipolitik nicht haben." Doch, wir wollen sie, es können nie genug Parteien für uns sein, mehr Parteien bedeuten mehr Fernsehdiskussionen und mehr Gesprächsstoff. "Österreich kann Nummer 1 werden"
22:51 Ich möchte eigentlich nicht, dass Österreich Nummer 1 wird, weil das hieße ja, das alle anderen Länder schlechter wären. Wir sind ja nicht beim Schifahren. Neinnein, bei der Wunderwahl wollen wir, dass es überall auf der Welt besser wird.
23:03 Thurnher muss viermal "ich.." sagen, bevor sie zu Wort kommt, es gelingt, und Van der Bellen darf über die Palette der Grünen Steuervorschläge reden. Grasser lässt nett höflich ausreden.
23:07 Thurnher macht erfolgreich einen Punkt nach einem finanzministerlichen Wortschwall zum Thema Steuern. Beide Herren haben zu diesem Thema viel zu sagen, und reden elegant aneinander vorbei.
23:12 Wir sehen hier zwei erfolgreiche politische Marken im Paarlauf. Sie bieten sich gegenseitig eine Bühne und kratzen sich gar nicht.
23:16 Grasser spielt jetzt angesichts der Grünen Steuervorschläge den Ministerbonus aus: Über die Budgetmathematik weiß ein Finanzminister immer mehr als ein Oppositionspolitiker. Knifflig für Van der Bellen - wie wird er da kontern?
23:25 Der Konter heißt Themenwechsel, und das ist immer die beste Option in einer kurzen Fernsehdiskussion. Wir sind jetzt bei der Bildung und ein bisschen müde.
23:32 Thurnher entnimmt dem Gespräch die Möglichkeit einer Koalition; das kann man schon so sehen. Van der Bellen sagt: Die entscheidende Frage sei nach Prioritäten: Steuern runter oder mehr Aufgaben für den Staat. Van der Bellens Forderungskatalog ist recht ÖVP-verträglich; Grasser will stabile Verhältnisse im Staatshaushalt und setzt auch noch auf das kommunistische Gespenst. Auch erfreulich, es ist ja schon fast Geisterstunde.
josefka - 5. Sep, 22:04